Gesundheitslandesrätin Mag. Haberlander im Gespräch

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Deine AG im Austausch mit Gesundheitslandesrätin Mag. Christine Haberlander über die Entwicklungen im medizinischen Bereich.

Unsere Obfrau und ÖH Vorsitzende Vanessa Fuchs und ihre Stellvertreterin Nadine Danninger haben für euch sechs spannende Fragen an Christine Haberlander.

 

Wie kann man die Ausbildung bzw. das Studium für Jungmedizinerinnen und Jungmediziner in Zukunft attraktiveren?

Die eigene Studienzeit ist etwas ganz besonderes und man wird sich immer daran erinnern. Zum einen sorgt die Qualität der Ausbildung für Attraktivität. Da können wir an der JKU wirklich stolz sein. Wir sind eine junge Fakultät, es gibt ein sehr gutes Studierenden - Lehrenden Verhältnis, bei uns kennt man sich persönlich, alle sind unglaublich engagiert. „Dem Anfang wohnt ein Zauber inne“ und das spürt man - Studierende können mit den Professoren vieles aktiv gestalten. Aber natürlich gibt es noch einige ToDo‘s bis wir im Vollausbau sind. Wir wollen fachlich und sozial kompetente Lehrende für Linz gewinnen und wir wollen noch besser mit den oö Krankenhäusern und  modernen Unternehmen zusammenarbeiten. Aber natürlich ist auch der Ort entscheidend, wo studiert wird. Hier konnten wir vor wenigen Monaten den neuen Campus eröffnen. Der modernste Studienorte in ganz Österreich! Mitten in Linz, mitten im Kepler-Universitäts-Klinikum. Von solchen Rahmenbedingungen können viele andere Studierende nur träumen. Und last But Not least: ganz wichtig: das Studentenleben. Ich hoffe, nach Corona wird wieder gefeiert.

 

Gibt es Ihrerseits Pläne gegen den Mangel der Allgemeinmediziner anzukämpfen?

Die Hausärztinnen und Hausärzte sind oft die erste Anlaufstelle für gesundheitliche Probleme und haben ein breites Tätigkeitsfeld. Ein sehr spannender Beruf. Die Attraktivierung der Kassenverträge durch die Sozialversicherung ist sicherlich wichtig. Aber auch, dass es moderne Rahmenbedingungen gibt, Stichworte Gesundheitszentren und Primärversorgungseinheiten. Junge Ärztinnen und Ärzte wollen im Team arbeiten. Wir setzen aber auch ganz gezielt bei der Ausbildung an in OÖ. Mit der Besetzung des Lehrstuhls Allgemeinmedizin mit Univ.Prof.in Dr.in Erika Zelko entwickeln wir die medizinische Ausbildung in Oberösterreich weiter. Durch die Lehrpraxis und das Klinisch-Praktische Jahr lernen angehende Medizinerinnen und Mediziner den Hausarztberuf direkt vor Ort kennen. An unserer Medizinischen Fakultät ist für die Studierenden intensiver Kontakt zur Allgemeinmedizin fix im Lehrplan verankert. Dieser Kontakt zur Allgemeinmedizin wird durch die Besetzung des Lehrstuhls noch verstärkt.

 

Ein Facharzt für Allgemeinmediziner war unter der aktuellen Bundesregierung bereits im Gespräch. Würden Sie diese Änderung begrüßen?

Ja, absolut. Ich begrüße jeden Schritt, um den Beruf zu attraktiveren und mehr junge Menschen für diesen Beruf zu begeistern. Fest steht aber, dass die Schaffung einer Facharztausbildung für die Allgemeinmedizin gut durchdacht sein muss und es zu keinen Nachteilen für die Studentinnen und Studenten, die sich dafür entscheiden, führen darf.

 

Für gewisse Fachausbildungen wie z. B. Dermatologie muss man meist sehr lange auf eine Ausbildungsstelle warten. Sind in diesem Bereich Änderungen geplant?

Diese Wartezeiten sind natürlich abhängig von der Größe der Fächer bzw. der Zahl der Ausbildungsstätten und damit vom Bedarf. Hinweisen möchte ich aber auch, dass sich bei manchen Fächern die Wartezeiten reduzieren würde, wenn die Bereitschaft besteht, die Ausbildung auch in einem Spital außerhalb des Zentralraums zu absolvieren. 

 

In Zukunft soll der Fokus in OÖ auf die Gesundheitsprävention gelegt werden. Wie genau kann man sich das vorstellen?

Wir arbeiten für ein großes Ziel, dafür, dass die Menschen in unserem Land gesund und gut leben können. Heute – und bis ins hohe Alter. Wir arbeiten dafür, dass die oberösterreichische Gesundheitsversorgung gut und stark bleibt – gerade weil wir wissen, dass immer mehr Menschen immer älter werden. Und wir bringen die Versorgung, die in den Krankenhäusern passiert, mit der Vorsorge, für die jede und jeder selbst Verantwortung trägt, zusammen. Gesundheitsförderung und Prävention sind wesentliche Schwerpunkte der oö. Gesundheitspolitik. Sie verfolgen das Ziel, Krankheiten zu vermeiden und damit auch die Anzahl der gesunden und selbstbestimmten Lebensjahre für alle Menschen zu erhöhen. Als Gesundheitsland Oberösterreich wollen wir die Menschen mit unseren Programmen und Maßnahmen dabei unterstützen. Wir starten damit bereits in der Krabbelstube und in Kindergärten. In 432 Gesunden Gemeinden erreichen wir die Menschen mit dem Thema Gesundheit und Vorsorge dort, wo sie aufwachsen, leben und alt werden, wo sie ihren Alltag verbringen, wo sie rasch und unkompliziert informiert werden können.

Auch der Ausbau und die Stärkung der Primärversorgungseinrichtungen sind mir in diesem Zusammenhang besonders wichtig. Dort ist schon im Konzept enthalten, dass es mehr an - multiprofessioneller- Beratung und Betreuung geben soll.

 

Wie soll sich die Medizinische Fakultät in Linz künftig entwickeln? Welche Schwerpunkte werden gesetzt?

Die Medizinische Fakultät soll kein Elfenbeinturm der Wissenschaft sein. Ziel ist es, medizinische Forschungsergebnisse direkt zu den Patientinnen und Patienten zu bringen. Hier geht es um Medizin, die beim Menschen ankommt. Daher ist es wichtig, weiterhin auf eine strukturierte Kooperation von Versorgung, Lehre und Forschung zu setzen. Wir wollen ein Ort sein, wo man heute und morgen gerne zum Studieren, Arbeiten und Leben kommt. 

 

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